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Die Position der IGAS 
Die IGAS begrüsst die Aufnahme von Verhandlungen über ein Agrarabkommen zwischen der Schweiz und der EU. Sie verspricht sich von einem solchen Abkommen Chancen für die gesamte Wertschöpfungskette von den Produzenten bis zu den Konsumenten. Die IGAS will den politischen Prozess aktiv begleiten und mitgestalten.

Im Wesentlichen sprechen aus Sicht der IGAS drei Gründe für die Aufnahme von Verhandlungen:

1. Mehr Kaufkraft heisst mehr Wohlstand

Die Schweiz verdient einen von zwei Franken im Ausland. Der weltweiten Öffnung der Märkte kann sie sich nicht entziehen. Davon betroffen ist auch der Agrar- und Lebensmittelbereich. Offene Märkte führen zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit der Wertschöpfungskette und zu einer besseren Nutzung von Ressourcen. Davon werden auch die Konsumentinnen und Konsumenten profitieren. Ihre Kaufkraft wird steigen und ihr Wohlstand entsprechend zunehmen.

Dies erleichtert die Finanzierung unserer autonomen Agrarpolitik. Anliegen wie Qualität und Sicherheit der Produkte sowie die umweltschonende und tiergerechte Produktion werden auch in Zukunft einen hohen Stellenwert haben und durch das bewährte Instrument der Direktzahlungen auch gezielt gefördert werden können.

2. Starker Agrarstandort Schweiz

Der unvermeidliche Abbau des Grenzschutzes führt zu einem erhöhten Import- und Preisdruck für unsere Landwirtschaft. Um die damit verbundenen Marktanteilsverluste zu kompensieren, brauchen wir neue Absatzmöglichkeiten für unsere Produkte. Ein Abkommen mit der EU, im Gegensatz zu Abkommen im Rahmen der WTO oder mit anderen aussereuropäischen Partnern, bringt der Landwirtschaft sowie den vor- und nachgelagerten Bereichen eine langfristige Perspektive mit Zukunft. Ein Absatzmarkt mit einer halben Milliarde Konsumentinnen und Konsumenten wird erschlossen. Trümpfe wie „Qualität“ und „Sicherheit“ erlauben eine Positionierung im Premium-Bereich und eine hohe Wertschöpfung.
 

3. Wir wollen mitgestalten

Der Zeitpunkt für die Öffnung der Märkte gegenüber der EU ist günstig. Die erwartete  Entwicklung der Rohstoffpreise für landwirtschaftliche Produkte und die politische Bereitschaft, die notwendigen strukturellen Anpassungen mit entsprechenden Begleitmassnahmen zu unterstützen, erleichtern den Eintritt in den europäischen Markt. Die EU ist an einem umfassenden Ansatz interessiert. Die Schweiz kann deshalb als starker Verhandlungspartner auftreten und das Abkommen aktiv mitgestalten.

Die IGAS sieht im Agrarabkommen eine Investition für die Zukunft, die der Schweiz als Ganzes zugute kommen wird. Es braucht gute Ideen, Begeisterung und Einsatz, aber auch Begleitmassnahmen, um die Chance von offeneren Märkten tatsächlich nutzen zu können.


 
 
Aktuell
24.01.2012 – Die internationale preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Hotellerie befindet sich derzeit auf dem Prüfstand. Einer der Gründe für die Wettbewerbsnachteile der Branche liegt in den höheren Kosten bei der Beschaffung von Nahrungsmitteln. Eine von hotelleriesuisse in Auftrag gegebene Studie von BAK Basel Economics zeigt auf, dass die Kosten und damit auch die Preise durch eine Marktöffnung im Agrar- und Lebensmittelbereich gegenüber den umliegenden Ländern spürbar gesenkt werden könnten.
13.11.2011 – Die Aussichten für die schweizerische Agrar- und Ernährungswirtschaft bleiben düster. Der starke Franken treibt die Konsumentinnen und Konsumenten trotz den Massnahmen der Nationalbank verstärkt über die Grenzen. Statt über die WTO kommen die nächsten Liberalisierungsschritte über Freihandelsabkommen mit starken Agrarexporteuren.