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Zwischenerfolg auf dem Weg zu einem Agrarabkommen 
24.06.2010 - Die Interessengemeinschaft Agrarstandort Schweiz IGAS blickt auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurück. Sie hat sich für die Entwicklung einer Qualitätsstrategie und für die Schaffung einer Bilanzreserve für die Finanzierung von Begleitmassnahmen stark gemacht. Das Projekt eines Agrarabkommens mit der EU ist auf Kurs. Das absehbare Ende der Ausfuhrbeiträge im Rahmen des Schoggigesetzes bestätigen die IGAS auf ihrem Weg. Eine Sistierung oder gar ein Abbruch der Verhandlungen mit der EU wäre für die Branche eine äusserst unerfreuliche Perspektive.

Die IGAS hat am 22. Juni 2010 ihre 3. Mitgliederversammlung durchgeführt. Sie konnte im vergangenen Vereinsjahr mit dem Beitritt von Gastrosuisse, der Thur Milch Ring AG und der Meeco Agro AG drei neue Mitglieder verzeichnen.

Die IGAS hat sich intensiv mit der Qualitätsstrategie des Bundes auseinandergesetzt und ein entsprechendes Positionspapier verabschiedet. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung sind unter anderem auch in die laufende Debatte im Rahmen der vom Bund einberufenen Qualitätswerkstatt eingeflossen und haben diese entscheidend mitgeprägt. Wichtig ist, dass innerhalb der Wertschöpfungskette kreativ an Zukunftsszenarien gearbeitet wird, statt sich nur Grabenkämpfe zu liefern.

Erfreut ist die IGAS darüber, dass die Bilanzreserve für die Finanzierung von Begleitmassnahmen im Falle eines Agrarabkommens mit der EU oder eines WTO-Abkommens nun endlich unter Dach und Fach ist. Damit hat das Parlament den agrarpolitischen Kurs des Bundesrates einmal mehr bestätigt und ein wichtiges vertrauenserweckendes Signal ausgesendet. Die siegessicheren Gegner, die teilweise mit grobem Geschütz auffahren, haben einen empfindlichen Dämpfer erlitten. Die IGAS stellt fest, dass das Projekt eines Agrarabkommens mit der EU
auf Kurs ist und den notwendigen finanziellen Rückhalt erhält.

Die aktuellen Diskussionen rund um das sogenannte Schoggigesetz bestärken die IGAS auf ihrem Weg. Damit die schweizerische Nahrungsmittelindustrie mit schweizerischen Rohstoffen international wettbewerbsfähig ist, wird ihr Rohstoffnachteil über Ausfuhrbeiträge des Bundes kompensiert. Diese Beiträge stellen Exportsubventionen und damit ein handelspolitisches Auslaufmodell dar. Sie werden spätestens mit dem Abschluss eines WTO-Abkommens hinfällig sein. Die Beiträge sind unterdessen aber auch innenpolitisch stark unter Druck geraten.
Aller Voraussicht nach wird die Finanzierung des Rohstoffausgleichs bereits ab diesem Jahr nicht mehr in vollem Umfang sichergestellt sein. Es zeichnet sich ab, dass die hiesige Nahrungsmittelindustrie aus diesem Grund vermehrt auf den aktiven Veredelungsverkehr und damit auf ausländische Rohstoffe ausweichen wird, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu wahren. Damit verliert die schweizerische Landwirtschaft bedeutende Absatzmöglichkeiten. Durch ein Agrarabkommen mit der EU würde der aktive Veredelungsverkehr dagegen hinfällig. Eine Sistierung oder gar ein Abbruch der Verhandlungen mit der EU liegt somit weder im Interesse der Branche noch der gesamten Volkswirtschaft und schon gar nicht der Landwirtschaft.

Weitere Informationen:

Dr. Jürg Niklaus, Geschäftsführer IGAS
Telefon: 079 263 68 57 oder 044 250 74 04
www.igas-cisa.ch

Zur IGAS:

Die Interessengemeinschaft Agrarstandort Schweiz IGAS ist eine breit abgestützte Plattform von Unternehmen und Organisationen, welche die Verhandlungen über ein Abkommen mit der EU im Agrar-, Lebensmittel- und Gesundheitsbereich befürworten. Sie will den politischen Prozess aktiv begleiten und mitgestalten.


 
 
Aktuell
24.01.2012 – Die internationale preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Hotellerie befindet sich derzeit auf dem Prüfstand. Einer der Gründe für die Wettbewerbsnachteile der Branche liegt in den höheren Kosten bei der Beschaffung von Nahrungsmitteln. Eine von hotelleriesuisse in Auftrag gegebene Studie von BAK Basel Economics zeigt auf, dass die Kosten und damit auch die Preise durch eine Marktöffnung im Agrar- und Lebensmittelbereich gegenüber den umliegenden Ländern spürbar gesenkt werden könnten.
13.11.2011 – Die Aussichten für die schweizerische Agrar- und Ernährungswirtschaft bleiben düster. Der starke Franken treibt die Konsumentinnen und Konsumenten trotz den Massnahmen der Nationalbank verstärkt über die Grenzen. Statt über die WTO kommen die nächsten Liberalisierungsschritte über Freihandelsabkommen mit starken Agrarexporteuren.