20. Februar 2026
Kommentar gegenüber Medien als Reaktion auf FK-N Medienmitteilung
Finanzkommission des Nationalrats macht Zollpolitik aus dem Bauch heraus.
Die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie in der Schweiz wird geschwächt. Das widerspricht der gewünschten Marktorientierung. Wenn das Parlament auf dem Weg zur AP 2030 solche Fakten schafft, an allen betroffen Akteuren oder Unternehmen der Wertschöpfungskette vorbei, ist das schon sehr speziell. Auch wenn man bedenkt, dass das Geschäft noch in der Frühjahrssession 2026 durch sein muss.
Kurz-Analyse:
- Mit einem Federstrich werden sehr viele Zollpositionen betroffen. Es ist mit substanziellen Unsicherheiten zu rechnen. Das ist verantwortungslos. Auch weil das die Konsumenten bezahlen und die Konsequenzen für die Verarbeitungsindustrie gravierend sein können.
- Auswirkungen auf Handels- oder Lieferbeziehungen und welche Schweizer Unternehmen wie betroffen sind, werden ausgeblendet. Es wird auf jeden Fall so sein, dass Handelspartner mit den Zollanpassungen vor den Kopf gestossen werden. Können wir das jetzt brauchen?
- Die Schweiz nimmt ca. 700 Mio. Agrarzölle pro Jahr ein. Jetzt sollen mit einem Federstrich 175 Mio. zusätzlich eingenommen werden? Das zeigt die Dimension.
- Im ausbalancierten System von Zöllen, Lieferketten bis hin zu Direktzahlungen wäre sorgfältiges Vorgehen angesagt.
- Ironie, Satz am Schluss des Absatzes: „Stärkung der heimischen Produktion“. Wenn es so einfach wäre! Die Wechselwirkungen sind komplex, nicht überschaubar oder z.B. bei den Futtermitteln für die Tierhaltung direkt negativ. Und wenn die zweite Verarbeitungsstufe in Mittleidenschaft gezogen wird, dann ist das auch für die einheimische Produktion nicht gut.
Weitere Auskünfte: Christof Dietler, Geschäftsführer, 079 777 78 37